Blutvolumenregulation (Aderlass)

Die Blutvolumenregulation ist ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer Therapiemöglichkeiten. Das liegt daran, dass es bei einem leistungsschwachen Herzen über eine besondere Hormonaktivierung im Körper zu einer Ansammlung von Wasser im Blut kommt. Die Leistung des Herzens wird so zunächst erhöht, sodass der Leistungsmangel nicht wahrgenommen wird. Das vermehrte Blutvolumen führt aber zu einem Überdruck im Herzinneren. Dadurch entsteht im Liegen ein Durchblutungsmangel in immer größeren Bereichen der Herzinnenwände, und die Herzkraft sinkt situativ weiter ab. Eine einzige Blutentnahme von ca. 50 ml führt in dieser Situation zu einer sofortigen besseren Durchblutung der Herzinnenschicht, da der Druck reduziert wird. Eine sofortige und anhaltende Herzkraftsteigerung ist die Folge.

Das Ausmaß der Verbesserung lässt sich über eine Konzentrierung im Doppel-Hämatokrit berechnen. Sie ist umso ausgeprägter, je schwerer die Herzinsuffizienz vorher war.
Durch eine Volumenreduktion kann das Herz-Innendruck-Syndrom mit allen Auswirkungen ursächlich behandelt werden. Ein typisches Beispiel ist die Therapie eines hohen Blutdrucks bei Frauen nach der Menopause, wenn die Regelblutung ausbleibt. Viele Frauen entwickeln dann erstmals einen hohen Blutdruck, obwohl er vorher eher zu niedrig war. Bei manchen Frauen ist die Volumenentnahme die einzig notwendige Therapie des hohen Blutdrucks, denn durch die Blutvolumenreduktion ahmt man den Effekt der Regelblutung nach und nimmt den Druck von den Herz-Innenwänden.

Im Übrigen haben ernstzunehmende Studien belegt, dass das Hormon EPO, das in Folge einer Blutentnahme gebildet wird, schützende Auswirkungen auf Herz, Hirn, Leber und Nieren hat, weil es die Selbsheilungskräfte des Körpers aktiviert.